Langendernbach hat gleich zwei Kirchen, die nicht nur architektonisch, sondern auch historisch bemerkenswert sind: die katholische Pfarrkirche St. Matthias und die evangelische Kapelle, beide mit ganz eigener Geschichte und Atmosphäre.

St. Matthias, die katholische Pfarrkirche

Der heutige Bau entstand 1895 bis 1897 im neuromanischen Stil nach Plänen des Frankfurter Architekten Joseph Mack, nachdem die alte Kirche abgerissen worden war. Wegen ihrer Größe und ihres viergeschossigen Glockenturms wird sie auch „Dom des Westerwaldes“ genannt.

  • Geweiht ist sie dem Apostel Matthias, dessen Grab im 12. Jahrhundert in Trier wiederentdeckt wurde, daher die besondere Verbindung.
  • Seit 1715 wurden in Langendernbach eigene Sonntagsgottesdienste gefeiert, aber erst 1892 wurde der Ort zur eigenständigen Pfarrei erhoben.
  • Die Kirche besitzt eine Reliquie des heiligen Matthias, die als spiritueller Schatz der Gemeinde gilt.
  • Der Neubau markierte einen Wendepunkt: Mit der neuen Kirche kamen ein Pfarrhaus, eine Wasserleitung und später sogar ein Backhaus, Zeichen des Aufschwungs.

Bei der Innenrestaurierung wurde die ursprüngliche Jugendstil-Ausmalung wiederhergestellt. Sie schafft mit floralen und symbolischen Elementen eine eindrucksvolle Atmosphäre.

Der Turm der Pfarrkirche St. Matthias mit Rundbogenfenstern und spitzem Helm, umrahmt von Baumblättern.
Der Kirchturm über den Bäumen des Kirchplatzes.

Evangelische Kapelle

Die Kapelle gehört zur Kirchengemeinde Willmenrod, die Orte in Hessen und Rheinland-Pfalz umfasst. Sie wurde vor über 110 Jahren erbaut, nach dem Wikipedia-Artikel zum Ort in den Jahren 1905/06 im neobarocken Stil, und bietet Platz für etwa 80 Personen.

  • Seit 2024 verfügt sie über eine Truhenorgel, die bei musikalischen Gottesdiensten zum Einsatz kommt.
  • Genutzt wird sie regelmäßig für monatliche Gottesdienste, Konzerte und Taizé-Lichterandachten.
  • Sie ist ein Ort der Besinnung und Gemeinschaft, klein, aber mit eigenem Charakter.

Die Kirchenlinde auf dem Kirchengelände

Auf dem Gelände der St.-Matthias-Kirche steht eine über 800 Jahre alte Sommerlinde, die früher als Gerichtslinde diente. Sie ist nicht nur Naturdenkmal, sondern auch stiller Zeuge der Dorfgeschichte, von der Rechtsprechung bis zum Kirchweihfest.