Ein Naturwunder, eine Keltenstadt, ein Dom mit sieben Türmen: Rund um Langendernbach liegen Ziele, für die andere Regionen weite Anfahrten in Kauf nehmen.

In der Gemeinde Dornburg

Direkt vor der Haustür

Keltische Ringwallanlage Dornburg

Auf einem Basaltplateau zwischen Frickhofen und Wilsenroth lag ein keltisches Oppidum der La-Tène-Zeit (etwa 500 bis 100 v. Chr.). Gewaltige Ringwälle wie die „Rödchesmauer“ mit bis zu elf Metern Höhe umgaben die Siedlung. Funde von Münzen, Fibeln und Werkzeug belegen eine hoch entwickelte Kultur. Heute ist das Gebiet Naturschutzgebiet und Teil des Keltenwegs.

Ewiges Eis

Am Südhang der Dornburg herrscht in einer Basalt-Geröllhalde ganzjährig Frost, das Erdreich bleibt bis zu acht Meter tief gefroren. Ursache ist ein Kamineffekt: Im Winter strömt feuchtkalte Luft hinein und gefriert, im Sommer entweicht eiskalte Luft. Entdeckt wurde das Phänomen 1839; später nutzte eine Brauerei das Eis zur Kühlung.

Blasiuskapelle auf dem Blasiusberg

Die Kapelle thront auf dem 390 Meter hohen Blasiusberg zwischen Frickhofen, Dorndorf und Wilsenroth. Der Weg führt durch stille Wälder, vorbei an einem Kreuzweg mit 14 Stationen und einer Mariengrotte. Oben öffnet sich der Blick über das Limburger Becken bis zum Feldberg im Taunus.

Natur & Sagen

Wandern zwischen Fels und Aussicht

Moosbewachsener Steinwall aus Basaltbrocken zwischen Buchen auf dem Dornburg-Plateau.
Reste des keltischen Ringwalls auf dem Dornburg-Plateau beim Hildegardisfelsen.

Hohe Hahnscheid, der Andachtsweg

Mit 433 Metern die höchste Erhebung rund um Langendernbach. Die „Wäller Tour Hohe Hahnscheid“ ist ein rund zehn Kilometer langer Rundwanderweg durch Wälder, Felder und die Holzbachschlucht. 23 Stationen mit Infotafeln erzählen von Geschichte, Geologie und Glauben, darunter Bildstöcke, Kapellen und Aussichtspunkte wie der Hessenblick.

Hildegardisfelsen

Der Felsen liegt am Rand der Dornburg und ist eng mit der Sage der keltischen Stadt verknüpft: Hildegard, Tochter eines Bürgermeisters, soll die Stadt aus Liebe zu einem Raubritter verraten haben. Vom Felsen reicht der Blick weit ins Elbbachtal, ein beliebter Rastplatz auf dem Blasiussteig.

Watzenhahner Riesen

Beeindruckende Basaltsäulen im ehemaligen Steinbruch bei Berzhahn, sie wirken wie steinerne Giganten, die ihre Köpfe zusammenstecken. Die rund 13,5 Kilometer lange GeoRoute führt durch Wälder, vorbei an alten Brecheranlagen und spektakulären Aussichtspunkten.

Städte in der Nähe

Limburg, Hadamar und Westerburg

Limburger Dom

Der spätromanische Dom St. Georg thront auf einem Felsen über der Altstadt und wurde 1235 geweiht. Seine Silhouette aus sieben Türmen steht symbolisch für die sieben Sakramente. Der Dom war sogar auf dem alten 1000-DM-Schein abgebildet.

Limburger Altstadt

Verwinkelte Gassen, prachtvolle Fachwerkhäuser aus dem 13. bis 18. Jahrhundert und Plätze wie Fischmarkt, Kornmarkt oder Plötze erzählen von der reichen Handelsgeschichte der Stadt.

Schloss Hadamar

Das Renaissanceschloss wurde im 17. Jahrhundert unter Fürst Johann Ludwig von Nassau-Hadamar aus einer Wasserburg zur Residenz ausgebaut. Der Fürst ließ auch die Neustadt mit rechtwinkligen Straßenzügen anlegen und gründete das Gymnasium, das heute als Fürst-Johann-Ludwig-Schule fortbesteht.

Schloss Westerburg

Das mittelalterliche Schloss prägt das Stadtbild seit dem 12. Jahrhundert. Es war Sitz der Grafen von Leiningen-Westerburg und ist heute in Privatbesitz; Teile sind bei Führungen und Veranstaltungen zugänglich. Sehenswert sind auch Schlosskirche und Burgmannenhaus mit einem kleinen Museum zur Stadtgeschichte.

Gedenkstätte Hadamar

Ein bewegender Ort des Erinnerns: Die Gedenkstätte in der ehemaligen Landesheilanstalt erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier fast 15.000 Menschen ermordet, psychisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen.