Ein lebendiges Denkmal zwischen Glauben, Geschichte und Natur: Direkt vor der katholischen Pfarrkirche St. Matthias steht ein Baum, der mehr gesehen hat als jedes Gebäude im Ort.

Art
Sommerlinde
Alter
500 bis 800+Jahre, je nach Schätzung
Stammumfang
11,75 mGesamtumfang, gemessen 2017
Schutzstatus
Naturdenkmalseit den 1930er-Jahren
Die Kirchenlinde von Langendernbach: ein gewaltiger, hohler Stamm, aus dem mehrere mächtige Äste aufsteigen, unmittelbar neben der Kirchenmauer.
Die Kirchenlinde am Portal der Pfarrkirche St. Matthias. Foto: Volker Thies (Asdrubal), CC BY-SA 3.0, zugeschnitten.

Ein Zeitzeuge der Jahrhunderte

Der hohle Stamm ist so gewaltig, dass er aussieht, als stünden zwei oder drei Bäume nebeneinander. Mit einem Stammumfang von über 11,75 Metern gehört die Linde zu den ältesten und mächtigsten Deutschlands. Schätzungen zum Alter gehen weit auseinander: Der Wikipedia-Artikel nennt eine Spanne von 500 bis über 800 Jahren, in der Ortsüberlieferung ist sogar von 1.000 Jahren die Rede.

Bereits in den 1930er-Jahren wurde sie als Naturdenkmal ausgewiesen und ist bis heute ein Symbol für Beständigkeit.

Gerichtslinde & Tanzbaum

Früher diente sie als Gerichtslinde: Unter ihrem Blätterdach wurde Recht gesprochen, ganz nach dem alten Brauch sub tilia, „unter der Linde“.

In der Dorftradition heißt es, dass die Linde vier „Stockwerke“ hatte:

  • im ersten tanzte die Braut,
  • im zweiten saßen die Musiker,
  • im dritten die Brauteltern,
  • das vierte war den „Überirdischen“ vorbehalten.

Zustand & Pflege

2009 wurde die Linde stark zurückgeschnitten, da sie vom Brandkrustenpilz befallen war. Mit Hilfe von Zugseilen und fachgerechter Baumpflege konnte sie stabilisiert werden, ein Beispiel für gelungene Denkmalpflege am lebenden Objekt.

Wo steht die Linde?

Die Kirchenlinde wächst unmittelbar am Kirchplatz auf der Anhöhe der Pfarrkirche St. Matthias, auf der schon seit dem 13. Jahrhundert eine Kapelle stand. Baum und Kirche gehören optisch und historisch zusammen.